Mit Herz und Farbe – Ehrenamtliches Engagement Lebenshilfe Main-Spessart

„Die Kinder sollen sich hier wohlfühlen und gerne herkommen“, sagt Ulrike Damß und lacht. Sie steht auf der Leiter und taucht den Pinsel in den Farbeimer. Gemeinsam mit ihrem Mann Alfons streicht sie die Wände in der Heilpädagogischen Tagesstätte der Lebenshilfe Main-Spessart im Schillerweg in Karlstadt in einem warmen Cremeton.

Was für Außenstehende nach einer eher mühsamen Arbeit klingt, ist für das Ehepaar aus Wächtersbach eine Herzensangelegenheit. Ihr ehrenamtliches Engagement Lebenshilfe Main-Spessart zeigt: „Wir möchten den Kindern der Lebenshilfe eine Freude machen, daher machen wir das hier sehr gerne“, betonen beide unisono.

Der Weg nach Karlstadt ist für die beiden nicht gerade kurz. Der Kontakt zur Lebenshilfe Main-Spessart entstand über Rüdiger Hohe, seit Januar neuer Geschäftsführer und mit Ulrike und Alfons Damß im gleichen Sportverein in Wächtersbach. Der gebürtige Hafenlohrer, der selbst in Wächtersbach lebt, hat vor einem Jahr seinen Job in der Wirtschaft gegen das Engagement bei der Selbsthilfe-Vereinigung für Menschen mit geistiger Behinderung eingetauscht. Im Gespräch, wie der neue Job so ist, berichtete er seinen Bekannten von den täglichen Herausforderungen sozialer Einrichtungen. „Das Geld der Kassen ist knapp – für vieles ist einfach nichts mehr da“, sagt er.

Für Ulrike und Alfons Damß stand sofort fest: „Da packen wir mit an!“ Gesagt, getan. Und schnell war klar, wo ihre Hilfe gebraucht wurde: Die Räume der Heilpädagogischen Tagesstätte waren nach zehn Jahren reif für einen neuen Anstrich. Denn wo täglich gelebt, gespielt, gelernt und gearbeitet wird, hinterlassen die Spuren des Alltags ihre Zeichen.

Auch für die Materialkosten fanden Ulrike und Alfons eine Lösung: Durch gute Kontakte von Alfons Damß zur Firma Prosol Lacke und Farben in Aschaffenburg, spendete die Firma die benötigten Farben und Malerutensilien im Wert von 750 Euro. Der Hausmeister der Tagesstätte räumte gemeinsam mit einem Helfer die Räume leer – und dann legte das Ehepaar los: Abkleben, vorstreichen, rollen, Leiter hoch und runter. „Abends waren wir schon ziemlich platt“, gesteht Ulrike Damß. „Doch es war ein gutes Gefühl – müde, aber zufrieden.“ Stück für Stück gaben sie den Räumen eine frische, helle Atmosphäre, damit die Kinder sich in einer freundlichen Umgebung wohlfühlen und gerne in die Tagesstätte kommen.

„Es macht uns Freude, unsere Zeit und Arbeit den Kindern zu schenken – und die Kinder schenken uns ihr Lächeln zurück.“

Auch Geschäftsführer Rüdiger Hohe ist dankbar: „Aktuell hätten wir hier nicht streichen können, da die Gelder der öffentlichen Hand für die Lebenshilfe immer knapper werden und wir als gemeinnütziger Verein schlichtweg die finanziellen Mittel nicht haben.“

Daher sind Spenden und gerade auch ehrenamtliche Unterstützung für die Lebenshilfe so immens wichtig. „Jeder kann etwas beitragen – es muss nicht immer Geld sein. Zeit, Engagement, ein offenes Herz: All das ist genauso wertvoll und jede Art von Unterstützung hilft uns dabei unsere Arbeit für die Menschen mit Behinderung besser leisten zu können“, sagt Hohe.

Solches ehrenamtliches Engagement Lebenshilfe Main-Spessart macht den Unterschied. Die Kinder jedenfalls werden sich freuen, genau wie Tagesstätten-Leiterin Christine Siegmund und ihr Team und sagen von Herzen: DANKE für diese Unterstützung!

Martina Schneider, Pressereferentin Lebenshilfe Main-Spessart

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