„Mein Lieblingsgericht – selbst gekocht!“

 Der Kochordner des Ambulant Unterstützten Wohnens der Lebenshilfe Main-Spessart ist ein Stück gelebte Teilhabe

Was koche ich heute? Diese Frage ist für viele schon eine kleine Herausforderung – für manche Menschen aber eine richtig große. Im Ambulant Unterstützten Wohnen (AUW) der Lebenshilfe Main-Spessart wurde genau das erkannt. Und so entstand 2020 eine wunderbare Idee: der Kochordner.

Alles begann mit einem Fragebogen. Die Arbeitsgruppe „Kochordner“ wollte wissen: Was kocht ihr gerne? Wo braucht ihr Unterstützung? Auch die Assistentinnen wurden einbezogen – sie konnten am besten aus ihrer täglichen Arbeit berichten, wo ihre Klientinnen und Klienten beim Kochen Hilfe brauchen. Aus all diesen Antworten entstand Schritt für Schritt ein ganz besonderes Projekt, das heute vielen Menschen im AUW mehr Selbstständigkeit und Freude – und Genuss – in die Küche bringt.

Mit vielen Rezepten, die Jeder und Jede versteht

Birgit Thoma, Assistentin im AUW der Lebenshilfe MSP hat die Rezepte in eine Bildsprache übersetzt – klar, anschaulich und leicht verständlich. Jedes Rezept ist mit vielen Fotos versehen, die zeigen, welche Zutaten gebraucht werden und wie man sie Schritt für Schritt verarbeitet. So können auch Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Sprachbarrieren selbstständig kochen.

Birgit Thoma erzählt: „Ich habe schon seit vielen Jahren für einen Klienten Rezepte mit Bildern erstellt. Da wusste ich gleich, wie ich das angehen kann. Inzwischen habe ich sogar einen richtigen Bild-Fundus, aus dem ich schöpfe.“

Ein Ordner voller Möglichkeiten

Der Kochordner wächst ständig weiter. Neue Rezepte werden auf den Server gestellt, können ausgedruckt und in die persönlichen Ordner eingeheftet werden. Ob Frühstück, Suppen, Nudeln, Kartoffelgerichte, Fleisch, Salate, kleine Gerichte, Backen oder Nachtisch – alles ist dabei. Und alles ist liebevoll, übersichtlich und „auf den Punkt“ erklärt.

Das ist Selbstständigkeit, die richtig lecker schmeckt

Der Ordner hilft, Sicherheit zu gewinnen. Viele Klientinnen und Klienten üben die Rezepte zunächst gemeinsam mit ihren Assistentinnen. Schritt für Schritt werden sie sicherer, trauen sich mehr zu – und irgendwann klappt das Kochen auch alleine.

Und wer mal nicht weiß, was er kochen soll, blättert einfach durch den Ordner: Vielleicht lächelt dann plötzlich ein Bild von duftenden Apfelpfannkuchen entgegen – oder eine Blumenkohlsuppe, die Lust auf Ausprobieren macht.

„Der Kochordner erweitert den Horizont – er zeigt, was alles möglich ist“, sagt eine Assistentin begeistert.

„Der Kochordner erweitert den Horizont – er zeigt, was alles möglich ist“

Der Kochordner ist nicht einfach eine Sammlung von Gerichten. Er ist ein Stück gelebte Teilhabe. Er fördert Selbstvertrauen, Selbstständigkeit – und natürlich Genuss. Denn wer sein Lieblingsgericht selbst gekocht hat, weiß: Das schmeckt doppelt so gut!

Jubilarin Susanne Schmitt und Kinder
Leichte Sprache